Weihnachtsgedichte

•Dezember 20, 2008 • Schreibe einen Kommentar

Weihnachtsabend von Theodor Storm (1817-1888)

Die fremde Stadt durchschritt ich sorgenvoll,
der Kinder denkend, die ich ließ zu Haus.
 
Weihnachten war’s, durch alle Gassen scholl
der Kinderjubel und des Markts Gebraus.

Und wie der Menschenstrom mich fort gespült,
drang mir ein heiser Stimmlein in das Ohr:
„Kauft, lieber Herr!“ Ein magres Händchen hielt
feilbietend mir ein ärmlich Spielzeug vor.

Ich schrak empor, und beim Laternenschein
sah ich ein bleiches Kinderangesicht.

Wes Alters und Geschlecht es mochte sein,
erkannt’ ich im Vorübertreiben nicht.

Nur vor dem Treppenstein, darauf es saß,
noch immer hört’ ich, mühsam, wie es schien:
„Kauft, lieber Herr!“ den Ruf ohn’ Unterlaß;
doch hat wohl keiner ihm Gehör verliehn.

Und ich? War’s Ungeschick, war es die Scham,
am Weg zu handeln mit dem Bettelkind?

Eh’ meine Hand zu meiner Börse kam,
verscholl das Stimmlein hinter mir im Wind.

Doch als ich endlich war mit mir allein,
erfaßte mich die Angst im Herzen so,
als säß’ mein eigen Kind auf jenem Stein
und schrie nach Brot, indessen ich entfloh.

Unromantisch: Der kleine Laden um die Ecke

•November 25, 2008 • Schreibe einen Kommentar

Ich gehöre ja eher zu den romatisch veranlagten Personen. Der kleine Laden um die Ecke liegt mir am Herzen. Ob als Buchladen wie im Film “eMail für Dich” mit Meg Ryan oder der kleine Spielzeugladen in unserem Stadteil. Man freut sich auf liebevolle kleine Läden mit begrenzter Auswahl, freundlichem Personal und dem Wissen, dass man etwas Gutes tut (für den Laden und den Stadtteil).

Doch leider ist diese romantische Vorstellung auch nur ein Klischee. Und es gibt eben auch “kleine Läden um die Ecke”, denen man nicht anderes wünschen kann, dass sie endlich verschwinden und Platz für einen anderen Laden machen.

Es ist Donnertags, 9.34 Uhr. Ich möchte für meine Nichte einen kleinen Arztkoffer zum Spielen für Weihnachten kaufen. Eigentlich gehöre ich zur Kategorie Frühaufsteher. Da ich aber weiß, dass die kleinen Läden nicht alle schon so früh aufmachen, habe ich mir etwas Zeit gelassen. Ich stehe als vor dem kleinen Spielzeugladen um die Ecke und er hat geschlossen. Öffnung erst um 10.00 Uhr. Schade eigentlich.

Aber es gibt ja noch ein paar von diesen unsympathischen “Ketten” in diesen unsympathischen Einkaufscenter nur 100 Meter entfernt, dann kann ich da ja mal nach Schuhen gucken (der kleine Schuhladen um die Ecke macht auch erst um 10.00 Uhr auf). 20 Minuten später habe ich neue Schuhe und stehe wieder vor dem kleinen Spielwarenladen um die Ecke. Innen sieht man zwei Verkäuferinnen, die aber keine Ambitionen zeigen den Laden schon um 9.55 Uhr zu öffnen. Na ja, die haben sicher noch was wichtiges zu besprechen.

Es wird 10.00 Uhr. Die Kirchturmglocken Läuten, der Laden ist immer noch zu. Deutlich bin ich am Eingang zu sehen…..

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Die Bielefeldverschwörung

•November 8, 2008 • Schreibe einen Kommentar

Technorati Profile

Falls Sie es noch nicht wussten (owohl schon seit langem bekannt):

Die Stadt Bielefeld existiert nicht!

Natürlich gibt es Menschen, die das Gegenteil behaupten. Aber entweder sind diese Menschen noch nie in Bielefeld gewesen (also eher Leichtgläubige), gehören dem Geheimbund der Bielefeld-Connection an oder wurden von dieser so sehr manipuliert, das sie tatsächlich daran glauben (es aber natürlich niemals beweisen können).

Die schrecklichste Maßnahme, die SIE ergreifen ist aber zweifelsohne immer noch die Gehirnwäsche, der immer wieder harmlose Menschen unterzogen werden, die dann anschließend auch die Existenz von Bielefeld propagieren. Es verschwinden Immer wieder Menschen, gerade solche, die sich öffentlich zu ihren Bielefeld zweifeln bekannt haben, nur um dann nach einiger Zeit wieder aufzutauchen und zu behaupten, sie seien in Bielefeld gewesen. Womöglich wurden einige Opfer sogar mit Telenosestrahlen behandelt. Diesen Menschen ist nicht mehr zu helfen. Wir haben allerdings inzwischen einen Verdacht, wo diese Gehirnwäsche durchgeführt wird: Im sogenannten Bielefeld-Zentrum, wobei SIE sogar die Kaltblütigkeit besitzen, den Weg zu diesem Ort des Schreckens von der Autobahn aus mit großen Schildern auszuschildern. Wir sind sprachlos, welchen Einfluss SIE haben. Selbst im Internet gibt es Websites, die den Eindruck erwecken, sie gehören einer real existierenden Stadt… mit Bürgermeister, Einwohnern und Häusern. ALLES Manipulation, alles Täuschung…..

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Was ist eigentlich Psychoregen ?

•Oktober 29, 2008 • Schreibe einen Kommentar

Viele von uns haben es schon erlebt. Entweder als Betroffener eines Psychoregens oder als Opfer eines Betroffenen. Es regnet im Geiste des Betroffenen, obwohl er selbst keinen tatsächlichen Regen abbekommt…

Wann spricht man von Psychoregen?

Zuerst einmal muß es dazu regnen. Dass sich schlechtes Wetter – insbesondere Regen in der dunklen Jahreszeit – auf das Gemüt auswirkt, ist bekannt. Auch hier greift schon der Begriff Psychoregen. Es regnet draußen vor der Tür, man schaut aus dem Fenster und ist deprimiert. Dies wirkt sich aber nicht spürbar und unmittelbar auf das Umfeld ab (langfristig schon, denn die Familie leidet mit dem Deprimierten ja mit).

Aber es gibt auch eine unmittlerbare Auswirkung von Psychoregen auf andere Personen. Besonders interessant ist es dann, wenn die andere Person tatsächlich im Regen steht, der Mensch mit dem Psychoregen jedoch nicht.

Beispiel:

Sie sind als Fahrradfahrer oder Fußgänger in einem heftige Regen unterwegs. Sie leiden. Sie wollen so schnell wie möglich Schutz suchen. Zuhause, auf der anderen Straßenseite, wo und wie auch immer, nur raus aus dem Regen. Ihnen begenet ein Autofahrer, er hat vielleicht nicht einmal Vorfahrt. Bei strahlendem Sonnenschein würde er Sie beachten, Sie freundlich durchwinken und Ihnen die Vorfahrt lassen.

Der Autofahrer leidet aber an Psychoregen. Obwohl er geschützt in seinem Auto sitzt, hat er das Gefühl im Regen zu stehen. Er will weg, in Sicherheit. Und wird dabei rücksichtslos. Obwohl er gerade jetzt auf Fußgänger und Radfahrer Rücksicht nehmen sollte, nimmt er ihnen die Vorfahrt, drängelt sich vor. und als Fußgänger oder Radfahrer ärgern Sie sich nicht nur über den Regen, sondern nun auch noch über den rücksichtslosen Fahrer.

Dieser Fahrer macht das aber nicht extra um sie zu ärgern. Er sich sich seiner Handlung auch nicht bewußt. er ist krank und leidet unter Psychoregen.

Das erste Papierbuch mit Kopierschutz

•Oktober 26, 2008 • Schreibe einen Kommentar

Als Schriftsteller habe ich natürlich Interesse, dass meine Autorenrechte bewahrt bleiben. Aber diese Geschichte ist so verrückt, das glaubt mir doch kein Mensch.

Am Samstag schlenderte ich durch die Kölner Innenstadt und aß gemütlich eine Pizzaschnitte. Vor einem der vielen Buchläden blieb ich stehen und schaute neugierig durch das Fenster. Nachdem ich die letzten Bissen vertilgt hatte, enterte ich den Laden und schaute mich nach der Bestsellerliste für Sachbücher um.

Auf der anderen Seite des Raumes fand ich schließlich die Vitrine mit den Bestsellern und ging darauf zu. Auf dem Weg zur Vitrine kamen ab und zu Verkäuferinnen auf mich zu, schauten mir auf das Revers meines Jacketts und gingen wieder. Ich konnte mir das zwar nicht erklären, ging aber einfach weiter. Links und rechts der Vitrine flackerten mich Farbdisplays mit Werbung der Kommerzbank und von einem Single-Club in Neuwied an. Etwas irritiert versuchte ich die Vitrine zu öffnen um mir das Buch “unbrauchbares neu verpackt” anzuschauen. Doch die Vitrine war verschlossen. Ich drehte mich hilfesuchend um und eine Verkäuferin stand auch schon gleich neben mir.

“Wollen Sie mal einen Blick reinwerfen?” fragte sie lieblich. “Sicher” antwortete ich. “Dann brauche ich mal Ihren Ausweis”. Ich war noch mehr irritiert, aber vielleicht haben diese Bücher ja einen hohen Wert und die Kölner Buchhändler schlechte Erfahrungen mit schnell flitzenden Kunden gemacht? Ich gab ihr den Ausweis und erhielt das Buch. Ich las die ersten Seiten und sah im Augenwinkel, wie die Verkäuferin Daten von meinem Ausweis in den Computer tippte. Ich schüttelte den Kopf und las weiter.

Das Buch gefiel mir und ich entschloss mich es zu kaufen. In dem Augenblick kam auch schon die Verkäuferin auf mich zu, gab mir meinen Personalausweis zurück und einen lustigen Ansteckbutton mit einem Strichcode für das Jackett.

“Damit können wir schon beim reinkommen nachvollziehen wann sie hier waren, welche Bücher sie mögen und was sie kaufen. Wenn sie wünschen, schicken wir Ihnen dann an jetzt immer aktuelle Informationen per Post, z.B. wenn es etwas Neues gibt was sie interessiert oder sie schon länger nicht mehr bei uns waren”, rasselte die Verkäuferin freundlich runter. “Aha”, dachte ich lachend, iss ja wie im Internet.

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